Jugenduntersuchung

Wichtig:

Vorsorge auch für Jugendliche
siehe auch:https://www.kinderaerzte-im-netz.de/startseite/


Prävention begleitet das Leben
Das Vorbeugen von Krankheiten kann nie zu früh beginnen: Werdende Mütter und ungeborene Kinder werden durch die regelmäßigen Mutterschaftsuntersuchungen begleitet. Bedeutsam ist das rechtzeitige Erkennen von Fehlentwicklungen bei Kindern und Jugendlichen.
Während die Vorsorgeuntersuchungen im Säuglings und Kindesalter gut angenommen werden, sieht des mit der J1,2 der Jugenduntersuchungen, leider anders aus.


J1 - wichtige Vorsorge für Jugendliche
Diese vorletzte, sehr wichtige Vorsorgeuntersuchung (J1) beim Kinder- und Jugendarzt sollte zwischen 12 und 14 Jahren (vom 12. Geburtstag bis zum vollendeten 15. Lebensjahr) stattfinden. Es ist ein Check der körperlichen und seelischen Gesundheit, der komplett von den Krankenkassen übernommen wird.Im Rahmen dieser Vorsorge werden Größe, Gewicht und der Impfstatus sowie Blut und Harn überprüft. Bei der körperlichen Untersuchung klärt der Arzt die pubertären Entwicklungsstadien sowie den Zustand der Organe, des Skelettsystems und der Sinnesfunktionen ab. Fehlhaltungen aufgrund von Wachstumsschüben sowie chronische Krankheiten können bei der J1 frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden. Auch auf eventuelle Hautprobleme, und Essstörungen wie Magersucht oder Übergewicht wird eingegangen.Der Kinder- und Jugendarzt kennt die Patienten von klein auf - er ist jetzt nicht mehr der Kinderarzt, sondern der Jugendarzt und fungiert als Vertrauensperson. Fragen über Sexualität und Verhütung, Drogenmissbrauch und Rauchen sowie Probleme mit der Familie und dem sozialen Umfeld können im Rahmen der J1 besprochen und geklärt werden. Literatur: B. Stier, N. Weissenrieder (Hrsg.): Jugendmedizin - Gesundheit und Gesellschaft. Springer Verlag 2006. ISBN 3-540-21483-6. Ein umfassender Überblick über die gesundheitlichen Aspekte der Jugend aus jugendärztlicher Sicht: Probleme der Pubertät, schulische Gesundheitsförderung, Medien, Möglichkeiten der Vorsorge sowie zahlreiche Übersichten und Tabellen (z.B. Gewichts- und Wachstumskurven) sowie Adressen von Netzwerken und Selbsthilfegruppen usw.

J2 - bald erwachsen

Neben U10 (zwischen sieben und acht Jahren) und U11 (mit 9 bis 10 Jahren) bieten Kinder- und Jugendärzte noch zusätzlich die Vorsorgeuntersuchung J2 für Jugendliche im Alter von 16 bis 17 Jahren.
Diese Vorsorgeuntersuchung soll Jugendlichen auch nach der J1 (vom 12. Geburtstag bis zum vollendeten 15. Lebensjahr) eine Möglichkeit zum Gesundheits-Check-Up bieten. Wenn Erwachsene mindestens alle zwei Jahre ihre Gesundheit kontrollieren sollten, so gilt dies auch für Jugendliche wichtige Entscheidungen getroffen, wie z.B. für die spätere Berufswahl. Dabei kann auch die Gesundheit eine Rolle spielen. So sind für Allergiker einige Berufe nicht geeignet.Zu den Schwerpunkten der J2 gehört das Erkennen bzw. die Behandlung von Pubertäts- und Sexualitätsstörungen, von Haltungsstörungen, Kropfbildung bis hin zur Diabetes-Vorsorge. Der Jugendarzt berät den Jugendlichen bei Fragen des Verhaltens, der Sozialisation, der Familie und der Sexualität sowie der Berufswahl. Der Jugendliche kann im Rahmen der Vorsorge, wenn er will, auch alleine ohne Eltern ein vertrauensvolles Gespräch mit seinem Jugendarzt führen.Diese zusätzliche Vorsorgeuntersuchung wird nicht von allen Krankenkassen erstattet.
Bis zur Volljährigkeit. In dieser Phase werden oft Informationen für Jungen zur SELBSTUNTERSUCHUNG als Schutz vor Hodenerkrankungen und zum Erkennen von Veränderungen an der Brust und den Geschlechtsorganen: Flyer "Achte auf deine Nüsse" - Informationen für Jungen zur Selbstuntersuchung. (Bestellschein)Broschüre "Oh Mann, oh Mann :-( ". Informationen für Jungen und ihre Eltern, um die Intaktheit des Penis zu bewahren und Krankheiten vorzubeugen. (Bestellschein).Info-Magazin für Mädchen und Jungen: www.happy-youth.deAutor: äin-redFachliche Unterstützung: Dr. Hermann Josef Kahl


Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV)

Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut hat die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) für alle Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen. Damit soll die Zahl der HPV-Infektionen und der von diesen verursachten Gebärmutterhalskrebsfälle zukünftig deutlich verringert werden. Die Impfserie sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr abgeschlossen sein, um eine Ansteckung mit den sexuell übertragbaren Humanen Papillomviren (HPV), welche für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, zu verhindern. Im Alter von 9 bis 13 bzw. 14 Jahren (je nach Impfstoff) sind im Abstand von 6 Monaten zwei Impfungen erforderlich. Bei Nachholimpfungen oder wenn der Impfabstand zwischen den zwei Impfungen geringer als ein halbes Jahr war oder die Impfserie nach einem Alter von 13 bzw. 14 Jahren erfolgt ist, wird eine dritte Impfung zur Komplettierung der Grundimmunisierung empfohlen. Spätestens bis zum 18. Lebensjahr sollten versäumte Impfungen gegen HPV nachgeholt werden. Dieser Impftermin ist auch eine gute Gelegenheit für Jugendliche, zu überprüfen, ob noch von der STIKO empfohlene Impfungen fehlen, um diese dann nachzuholen. Es gibt jedoch noch weitere krebserregende Viren-Typen bei den Papillomviren als die in den Impfstoffen enthaltenen. Daher wird für die Geimpften auch zukünftig die jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung mit dem so genannten Pap-Abstrich unerlässlich bleiben.